Was ist Schlaraffia?

 

Sie wissen dies nicht?

 

Kein Problem, die Sache ist trotzdem einfach!

Schlaraffia ist weder Loge noch Geheimbund, auch nicht eine bekannte Matratzenfirma, auch wenn sie zufällig den gleichen Namen hat.

 

Schlaraffia, von der hier geredet wird, ist ein Freundschaftsbund, in dem sich Männer treffen, die Freude an Kunst und Humor haben und die der Freundschaft einen hohen Stellenwert beimessen.

Dieser Bund wurde 1859 von einer Gruppe von Künstlern in Prag gegründet, die zumindest in ihrer Freizeit dem damals herrschenden Ämterdünkel- und der Sucht nach Orden und äußerlichen Auszeichnungen ausweichen wollten. Den Wert einer Persönlichkeit sahen sie in dessen Leistung und Herzensbildung und nicht in Herkunft oder materiellem Besitz.

 

Bei Schlaraffia wird gemacht, was Freude bringt: Einer kann gut vortragen, ein anderer kann singen oder zeichnen, wieder ein anderer spielt ein Instrument oder drückt sich in Prosa oder Poesie aus, ernst, heiter, lyrisch oder auch spöttisch. Alles - und sei es noch so schlicht - wird geachtet und mit Lob aufgenommen.

 

Allerdings sind Gespräche über Politik, Religion und geschäftliche Angelegenheiten bei den schlaraffischen Treffen nicht erwünscht, weil diese zu rasch an empfindliche Meinungsgrenzen stoßen könnten.

 



 

Das Schlaraffische Spiel


 

Schlaraffen treffen sich einmal in der Woche in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. April, vorausgesetzt natürlich, dass Gesundheit und Beruf dies zulassen. Im Sommer steht es ihnen frei, diverse Veranstaltungen - auch gemeinsam mit Frauen, Kindern und auch Gästen - zu besuchen.

 

Und da wäre noch eine schlaraffische Eigenart zu nennen:

Die wöchentlichen Treffen der Schlaraffen, »Sippungen« genannt, finden in Form eines ritterlichen Spieles statt, d.h. die einzelnen Schlaraffen tragen von ihnen selbst gewählte Ritternamen (Natürlich Persiflage!) und das Sippungs-Geschehen ist mittelalterlich-romantisch geprägt. Dazu bei trägt auch eine etwas altertümlich klingende Ausdrucksweise sowie ein wechselndes Rollenspiel.

 

All dies ist reichlich theoretisch. Es gibt  interessante Bücher und Broschüren über das schlaraffische Spiel. Aber, wie wäre es , wenn Sie, werter Leser, sich einmal ohne Zwang und Verpflichtung bei Schlaraffia selbst umschauen würden?

 

Dafür müssten Sie mit einem Schlaraffen sprechen, der Sie, nach Zustimmung der anderen Schlaraffen, als Gast zur Teilnahme an einer Sippung mitnehmen kann. Viele Berufsgruppen sind bei Schlaraffia vertreten und auch aus diesem Grunde würden Sie sich sicherlich hier wohl fühlen.